Leonardo da Vinci studierte den Flug der Vögel und entwickelte erste Flugkonstruktionen, die die Kraft des Menschen zum Schwingen beweglicher Flügel einsetzte- ergebnislos. Erst im Alter erfand er einen gangbaren Weg: eine Konstruktion mit starren Flügeln. Bemerkenswert ist die Erfindung eines Fallschirmähnlichen "Zeltdachs" und einer Flugschraube, die eine Konstruktion eines Helikopters schon vorausnimmt.
Eine erste kurze Ära des Flugtransports wurde mit der Erfindung des Zeppelins Wirklichkeit. Zahlreiche Radioreportagen bezeugen den Stolz einer Nation zu diesem "Fluggerät",das auch propagandistisch für das nationalsozialistische Deutschland eingesetzt wurde. Herbert Morrisons Reportage während des Absturz der "Hindenburg" ist eines der fesselsten, dunkelsten Reportagen der Radiogeschichte.
Die Mondlandung von Apollo 11 hat wohl die halbe Menschheit 1969 am Fernseher mitverfolgt. Jule Vernes Roman "Von der Erde zum Mond" ist Wirklichkeit geworden. Neil Armstrong bringt eine eigenartige Bemerkung auf der Mondoberfläche: "Good Luck Mr. Gorsky", das Jahre später von ihm aufgelöst als ironische Anekdote Geschichte macht. In den letzten Jahren wurde es fast zur Mode, Hinweise zu finden, die die Mondlandung als reine Inszenierung der USA beweisen sollten.
Heute ist das Fliegen zum regulären Transportmittel geworden. Airports sind in Urlaubszeiten überfüllt und für viele Berufssparten ist es Normalität, tägliche Distanzen über den Flugweg zurück zu legen. Airports wurden zu kleinen Städten mit vielen kleinen Geschichten, die Passanten erzählen können...
Flights besteht aus 3 Teilen:
1. "Leonardo's Aircraft Constructions"
2. "LZ 129"
3. "Lunar Legends & Airport Stories"
Gesamtdauer. ca 55 Min.
"Piglierá il primo volo il grande uccello sopra del dosso del suo / magno cecero e empiendo l'universo di stupore empiendo di sua fama tutte le scritture e gloria eterna al nido / dove nacque." (Da Vinci)
Originaltexte von Leonardo da Vinci wurden in alt-italienisch und einer deutschen Übersetzung von italienischen Studentinnen einer Sprachenschule gelesen. Bewusst wurden neben einem professionellen Sprecher auch Amateure (italienische Studentinnen einer Sprachenschule) gewählt, die auch im Deutschen einen italienischen Akzent hörbar werden lassen. Die Studentinnen durften den Text vorher nicht sehen, da spontane Reaktionen über den Inhalt der Texte, sowie Aussprache und Leseprobleme als wesentliche Stilmittel eingesetzt wurden:
"...so, ich spreche wirklich nicht so Deutsch, ich habe versucht, also, "h" nicht auszusprechen, so was..."
"...bin nicht sicher ob die Phrasierung korrekt ist, weil das ist schwierig auch für mich zu verstehen..."
"...einfach weiter lesen oder wo soll ich lesen?..."
"...ja; also nicht was in Klammern steht, oder?..."
"...das ist komisch "etiam" - so lateinisch..."
Die Motivation überhaupt eine Art Hörspiel zu kreieren, steckt im Versuch Sprache, Dokument, Musik und Geräusch gleichsam als eine verschmelzende Einheit zu betrachten. Das ausgewählte gesprochene Audiomaterial verwende ich in einer musikalischen Sichtweise (Phonetik, Tonhöhe, Sprachrhythmus). Genauso wurden Geräusche, oder in den 2 weiteren Teilen ("LZ 129" sowie "Lufthansa, Lunar Legends & Airport Stories") auch Dokumentar- Audiomaterialien eingesetzt.
"...it burst into flame/ it burst into flame and it's falling/ it's crashing/ get out of the way/ get out of the way/ get this Scotty, get this Scotty/ it's falling and it's crashing/ it's crashing terrible/ it's burning bursting into flame and it's falling on the morning mass and all the folks between in/ this is terrible this is the one of the worst catastrophe in the world..." - (Herb Morrison)
Die Musik ist von stark veränderten Radio Dokumentarmaterialien beherrscht. Hintergrundgeräusche, Fluggeräusche der Zeppeline sowie die klangliche Begrenztheit der Radioübertragungen in den 30er Jahren wurden als elektronische Stilmittel eingesetzt. Serielle Musik, die in den 30er Jahren aufkam, nahm ebenso Einfluss auf diesen Teil, wie phonetische Experimente mit Herbert Morrisons ausdrucksvoller Reportage während des Absturz der "Hindenburg" im Jahr 1937.
Herbert Morrisons Stimme wurde in einer Komplexität bearbeitet, die es u.a. erlaubte seine Stimme auf verschiedenen Vokalformanten "einzufrieren" oder in extrem langsamen Geschwindigkeiten singen zu lassen. Neu in diesem Teil sind auch hoch- und tieffrequente Sinustöne,die dem Stück eine besondere Dramatik verleihen.
-gerade in Arbeit-
Komposition, Konzeption, Produktion: Markus Muench
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1. Instrumental beginning
2. "Se possibile fussi..."
3. "Achtung, achtung..."
4. "Oh four-five hundred feet in the sky..."